meer des lebens

Freitag, 2. Mai 2008

vergangenheit

Mein Blick zieht in die Ferne, hüpft von Baumspitze zu Baumkrone die Straße entlang über die Dächer der Stadt zum Himmel hinauf dem Sonnenschein entgegen. Der Wind spielt mit meinen Haaren, schließt meine Augen und lässt die Gedanken wandern, zum gestrigen Abend und noch weiter zurück...

Zeit ist vergangen, Tage, Monate, Jahre, mehrere an der Zahl, als ich die bekannten Gesichter, das letzte Mal sah. Die frühere Vertrautheit meldete sich zurück - zaghaft, sehr, denn schon mehrere Leben liegen dazwischen. Ich bin den Menschen begegnet, mit denen ich über Jahre fast täglich zusammen war. Gemeinsam haben wir unzählige Probleme gelöst, diskutiert, den Alltag bestritten aufrecht im Sturm. Gute und schlechte Launen wurden geteilt. Wir waren füreinander da, feierten und verreisten, nahmen am Leben des anderen teil, gehörten dazu. Wie oft haben wir zusammen laut geflucht und herzlich gelacht. Wie gut haben wir uns wortlos verstanden, reichten Blicke. Wie sehr konnten wir uns auf den anderen verlassen. Für einen Moment gestern Abend waren wir gemeinsam in der Vergangenheit, sind wir uns begegnet - im Heute.

Heute sind meine Gedanken wieder bei mir. In die Ferne dieses Augenblicks fliegt mein Blick, fühle ich mich im Hier und Jetzt.

Mittwoch, 2. April 2008

blumige grüße

Dem Betrübten ist jede Blume ein Unkraut.
Dem Fröhlichen ist jedes Unkraut eine Blume.

(finnisches Sprichwort)
...
so viel
wie jetzt am Wegesrand
wächst und gedeiht
...
herrlich schön
ist es anzuschaun
...

Mittwoch, 26. März 2008

Das Tagebuch

Tagebuch – ein Wort, das auf mich anziehend und faszinierend wirkt. Schon als Kind war ich begeistert davon, publizierte Tagebücher zu lesen und selbst Tagebuch zu schreiben.

Anne Frank habe ich natürlich gelesen,
Ich, Romy, Tagebuch eines Lebens von Romy Schneider,
später die Tagebücher von Brigitte Reimann:
Ich bedaure nichts (Tagebücher 1955 bis 1963) und
Alles schmeckt nach Abschied (Tagebücher 1964 bis 1970),
Tagebücher von Anais Nin und einige andere mehr.

Meine ersten eigenen Zeilen schrieb ich am 15. August 1986 in dieses Buch, das ich von meinen damaligen Schulfreunden geschenkt bekommen hatte. Damals fand ich es romantisch schön, heute würde ich sagen: richtig schön kitschig schaut es aus. Ich habe es geliebt und mich schreibend, malend und klebend mit meinen Gedanken in den weißen Blättern träumend, sehnsüchtig schluchzend, lachend verloren.

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...und inzwischen nutze ich auch die neue Form des Tagebuchschreibens: den Blog.

Wie ich jetzt gelesen habe, widmet sich eine Ausstellung des Museums für Kommunikation in Frankfurt am Main dem Tagebuch. Dort sind nicht nur die klassischen Vertreter wie Goethe, Kafka oder Clara Schumann vertreten, sondern auch Webblogs mit den prominentesten Vertretern Rainald Goetz und Anke Gröner.
Die Blogikone hat einmal einen interessanten Beitrag über ihren Großvater geschrieben, der wenige Notizen, zum Beispiel zum Wetter, auf kleinen Holzblöcken festgehalten und damit eine besondere Art des Tagebuchs hinterlassen hat.
Die Ausstellung läuft in Frankfurt bis zum 14. September und soll anschließend auch nach Nürnberg und Berlin kommen.
Einen Artikel mit Links findet Ihr bei Spiegel-Online hier.
Für ganz Aktuell-Süchtige gibt es – wie passend – auch einen Ausstellungsblog. Museum mal wirklich anders.

Auch das Magazin der Süddeutschen Zeitung befasste sich in der vergangenen Woche mit diesem Thema: DER 20. MÄRZ – Ein Jahrhundert in Tagebüchern. Hierin sind Tagebucheinträge vom 20. März, Frühlingsanfang mehrerer Jahrzehnte zusammengetragen.
Es war sehr spannend für mich, diese zu lesen. Denn wie unterschiedlich die Notizen schon allein aus der männlichen oder weiblichen Sicht der Dinge, aus dem politisch gesellschaftlichen Umfeld heraus sind, so ähneln sie sich dennoch in ihren Frühlingsgefühlen, ihrem hoffnungsvollen Blick auf das Erwachen der Natur, des Lebens.
Quelle dieser Tagebucheintragungen ist das Deutsche Tagebucharchiv e.V., das seit zehn Jahren persönliche Lebenszeugnisse sammelt und archiviert – mittlerweile nach eigenen Aussagen bestehend aus autobiographische Dokumenten von über 1.450 Einsendern.

Der Artikel hat mich dazu animiert, selbst einmal in meinen alten Tagebüchern zu blättern, um zu schauen, was ich so im Laufe der Jahre am 20. März festgehalten habe. Aber ich musste feststellen, dass ich an diesem Tag so gut wie keine Einträge zu verzeichnen habe. Frühlingsanfang und ich habe nichts geschrieben? Da zeigt sich, dass ich nicht unbedingt täglich ins Tagebuch schreibe. Ich glaube, das ist auch nicht wichtig.

Wie viel Spaß es machen kann, in alten Tagebüchern zu blättern – und dazu noch in so schönen – erfahrt ihr in einem älteren, aber nicht minder lesenswerten Beitrag mit bunt leuchtenden Fotos von Maartje: Durchs Leben reisen...und rasten.


Wie sieht es bei Euch aus, schreibt Ihr auch Tagebuch?
Wenn ja, vielleicht habt Ihr ja einen – oder mehrere – lesenswerte Beiträge vom 20. März. Das Magazin der Süddeutschen Zeitung interessiert sich für Das Beste aus Ihrem Leben und möchte diese online veröffentlichen.

Darauf bin ich schon gespannt, denn es ist faszinierend zu lesen, was sich an einem bestimmten Tag im ganz normalen Leben von Menschen wie Du und ich zugetragen und was sie beschäftigt hat.


Die Ausstellung werde ich auf jeden Fall besuchen, wenn nicht in Frankfurt, dann in Berlin. Vielleicht treffen wir uns dort?

Dienstag, 25. März 2008

wahr:

Ein freundliches Wort ist wie ein Frühlingstag.

(russ. Sprichwort)

Mittwoch, 27. Februar 2008

schon da?

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Ihr Lieben, Ihr habt ja Recht. Vielen Dank für Eure aufmunternden und mitfühlenden Worte! Jetzt möchte ich, ehrlich gesagt, auch keinen Schnee mehr.

Der Frühling steht nicht nur vor, sondern schon in der Tür - fröhlich bunt, sonnig und voller Tatendrang!

Frühlingsduftende Grüße von Eurem wortmeer

Dienstag, 26. Februar 2008

schon vorbei?

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Das war's dann wohl: Ein paar Flöckchen und einen ganzen Tag voller Schnee in diesem Winter - zumindest hier in Berlin. D.h. nächstes Jahr muss ich aber wirklich wieder in die Berge...

Nun: Willkommen (gefühlter) Frühling! (Offiziell begrüßen wir dich ja erst im März zum kalendarischen Frühlingsanfang...)

Sonntag, 13. Januar 2008

Sinn?

Ein Artikel in der Zeitschrift Emotion vom Januar 2008 versucht der Frage eines erfüllten Lebens, dem Sinn des Lebens nachzugehen. Immer wieder liest und hört man hierrüber, doch interessant fand ich bei den Ausführungen von E. Hussendörfer, dass sich eine Antwort in der Frage selbst befindet:

Sinn
Sinne
Sinnlichkeit

mit den Sinnen
mit der Sinnlichkeit
sein im Sinn



"...Wenn wir ganz in der sinnlichen Wahrnehmung versinken, sind wir bei uns..."

"...das Schöne und das Schmerzhafte und die kleinen Nuancen, die dazwischen liegen. Das alles bin ich. Das macht mein Leben lebenswert..."


In diesem Sinne wünsche ich Euch einen sinnlich schönen Abend!

Dienstag, 6. November 2007

stolz & schön

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(c) wortmeer

...vor langer Zeit ein schönes Geschenk, von dem ich heute noch unglaublich viel habe. Und wie ich ihn kenne, wird er sich kaum daran erinnern können. ;-) Trotzdem: Danke MK!:-)

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Herbst

Das Welken der Blätter...

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Sonntag, 21. Oktober 2007

Die Jahreszeiten des Lebens

Wie jeden Tag blättere ich durch die Zeitung und wie jeden Tag lese ich auch die Todesanzeigen. Heute ist auf dieser Seite eine Fotografie abgebildet. Sie zeigt eine kniende Statue mit gesenktem Kopf. In ihrem Arm liegen gelb, orange und rot gefärbte Blätter. Es ist Herbst. Die Tage werden kürzer, der Wind stürmischer, die Wolken grauer und der Regen beharrlicher. Keine Blüte ziert mehr die Wege. Kein Grün bedeckt den Wald. Vögel erheben sich in die Ferne. Tiere verkriechen sich in ihrem Bau. Es riecht nach Abschied. Die Jahreszeiten bestimmen den Lauf der Zeit: der Frühling, der Sommer, der Herbst und der Winter. Jedes Jahr aufs Neue erfreuen sie unser Leben – unsere Zeit des Lebens.
Der Frühling ist die Zeit der Kindheit und der Jugend. Die Natur erblickt das Licht der Welt. Knospen sprießen. Die Blätter strahlen im leuchtenden Grün. Die Vögel kehren heim. Die Tiere erwachen aus ihrem tiefen Schlaf. Fließende Bäche entdecken die Welt.
Der Sommer leuchtet in voller Blüte. Ein sattes Grün und unzählig schöne Farben bestimmen das Bild. Die Vögel tanzen in den Lüften. Die Tiere spielen im Wald. Wärme und Licht erfüllen die Welt. Von allem ist reichlich da.
Im Herbst fliegen die Vögel fort. Die Tiere verfallen in einen tiefen Schlaf. Die Blumen ziehen sich zurück, und die Ernte wird eingefahren. Die Blätter fallen. Leise und sanft schweben sie dahin, werden welkt und bedecken die Erde. Abschied, es ist ein Abschied vom Leben.
Der Winter – was spielt der Winter im Lauf des Lebens für eine Rolle? Schneeflocken tanzen durch die Lüfte, und Kristalle glitzern im Sonnenschein. Eisblumen schmücken die Fenster und gläserne Zapfen zieren das Tannengrün. Ein strahlendes Weiß liegt wärmend auf der Erde. Die daheim gebliebenen Vögel picken gespendete Körner, und die nicht schlafenden Tiere genießen ihr Essen aus der Futterkrippe. Jedes Feuer und jeder Sonnenstrahl durchdringen die Herzen der Natur. Ein warmer Hauch umhüllt das Leben.
Das sind die Jahreszeiten im Lauf des Lebens: der Frühling, der Sommer, der Herbst und der Winter. Aber, so unterschiedlich sie auch sind, eines ist allen gleich: Immer leuchten uns die Sterne, der Mond und die Sonne.

© wortmeer

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