meer von berlin

Donnerstag, 3. Juli 2008

vernissage im sommer

Kunstgenuss
erschwert erlebt
aber sehr bewegt

heiß und verbraucht
steht die Luft darin
wedeln die Fächer
vor müden Gesichtern
Gäste geladen
lauschen den Worten
angezogen von der Kunst

Bilder
von Adam und Eva
gemalt, geritzt, gezeichnet
Porträts
von jung bis alt
hinter Masken aus Schiefer
Videoaufnahmen
vom kühlenden Nass
Auto fahrend festgehalten

Wasser erfrischend
gereicht von netten Damen
fließt es in Strömen
zum Anstoßen nur
ein Schlückchen
vom guten Wein
bleiben die Häppchen

Kunstgenuss
erschwert erlebt
aber sehr bewegt

(c) wortmeer


Die Ausstellung:
Christian Bizeul – Vu en passant / Im Vorbeigehen gesehen &
Pierre und Jean Villemin – Les saisons / Wanderungen durch das Havelland. Mehr Infos bekommt Ihr hier: Ein Link zur Saarländischen Galerie in Berlin.

Ein persönlicher Moment des Innehaltens:
Ein Jahr ist es inzwischen wieder her, als das wortmeer vom Saarland wieder ans heimatliche Ufer Berlin schwamm. Es trägt ein Meer voller Erinnerungen in sich... Ich denke lächelnd an das, was mich heute immer noch mit dieser schönen Gegend verbindet - vor allem an diejenigen...

Sonntag, 22. Juni 2008

vom kreuzberg

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Summer in the city: 30°C und mehr...

Trotz Hitze war das wortmeer heute oben im Viktoriapark auf dem Kreuzberg. Da scheint sich jetzt wohl zum Abend etwas über den Dächern der Stadt zusammenzubrauen. Die Schwüle drückt...

Ich wünsche Euch einen schönen Abend und morgen einen guten Start in die neue Woche!

Mittwoch, 14. Mai 2008

kurz

Sie schaut aus dem Fenster, wirft dann aber doch einen neugierigen Blick auf mich, die ich ihr in der S-Bahn gegenüber sitze. Hemmungslos erwidere ich ihn. Ertappt schaut sie wieder hinaus. Ich tue es ihr gleich und lasse meine Augen über die vorbeirauschenden Häuser, Straßen und Bäume wandern - in der Hoffnung, dass sich der unangenehme Geruch von Knoblauch und billigem Herrenparfüm, der plötzlich von links kommt, auf der Stelle verzieht.

Donnerstag, 1. Mai 2008

engel...

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Mittwoch, 30. April 2008

in der s-bahn

Zwischen Bellevue und Tiergarten: Die S-Bahntüren schließen sich. Der Zug setzt sich in Bewegung. Musik ertönt, sanfte Klänge live. Erst noch genervt, dann träumend werden die Gedanken getragen bis sie an der nächsten Station zu Boden fallen, weil die Musiker mit ihren Instrumenten umsteigen.
Zwischen Tiergarten und Zoologischer Garten: Die S-Bahntüren schließen sich. Der Zug setzt sich in Bewegung. Eine grelle Stimme dringt durch den Wagon: "Ich bin M., ein stadtbekannter Obdachloser. Seit circa acht Jahren lebe ich auf der Straße...". Geräuschvoll schlürfend zieht er an den Fahrgästen vorbei und buhlt um deren Mitleid "So ein armer Kerl wie ich braucht doch auch etwas zum Essen", bis er auf dem nächsten Bahnsteig im Gewühl der Reisenden schimpfend über die magere Ausbeute verschwindet.
Zwischen Zoologischer Garten und Savignyplatz: Die S-Bahntüren schließen sich. Der Zug setzt sich in Bewegung. Warten... Nichts zu hören... Endlich Ruhe zum Feierabend - bis sich ein singender Klingelton aus der Tasche des Sitznachbarn lauthals bemerkbar macht...

Dienstag, 29. April 2008

alltäglicher morgen

Hand in Hand gehen sie der noch tiefstehenden Sonne entgegen. Sie trägt über die rechte Schulter ihre Handtasche. Er trägt über der linken Schulter die rosafarbene Schultasche der Tochter, die fröhlich singend auf ihrem Roller voran fährt.

Montag, 28. April 2008

im bahnhof

Ein Zug setzt sich in Bewegung. Seine Reise beginnt. Menschen mit kleinen und großen Koffern eilen auf den Bahnsteigen umher, gehen Trepp auf, Trepp ab.
Irgendwo dazwischen stehen sie - nebeneinander. Blicken ins Leere, jeder für sich. Sie warten. Warten darauf, dass der andere sie ins Leben zurück holt.
...aussichtslos...

Freitag, 11. April 2008

wolken...

...begleiten die Shopping-Tour...

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Montag, 24. März 2008

schönwetterläufer

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...und ich dachte schon, ich könnte mich Ostern auf die faule Haut legen und sagen: Nee bei dem Regen geh ich nicht laufen.
Aber weit gefehlt. Heute zeigte sich das Wetter, wie man es sich zum Osterspaziergang - oder/und eben zum Joggen - wünscht, von seiner sonnigsten Seite. Herrlich!

ps: Das Foto entstand heute im Charlottenburger Schlosspark

Mittwoch, 27. Februar 2008

nora

N icht nur Frau und Mutter, vor allem geliebte Ehefrau
O ohne Selbstbewusstsein lebt sie (scheinbar) glücklich in der heilen Welt
R uhelos zwingt sie eine Lüge aus Verzweiflung und (tiefer) Liebe
A ber eines Tages unausweichlich die Verwüstung...

(c) wortmeer

Nora in der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin.

Eine Theateraufführung, über die schon viel positives und eindringliches gesagt / geschrieben wurde (u.a. hier) - zu Recht, sagt das wortmeer.

Andererseits ist es erschreckend, wie sehr das Stück (entstanden und uraufgeführt Ende 19. Jahrhunderts) ins Heute passt, wenn ich mir die Gesellschaft so anschaue...

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