worte am abend

Dienstag, 1. Juli 2008

vom Tag zur Nacht

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*
Der Tag zeigt sein letztes Licht.
Die Nacht sendet ihren ersten Schein.
*


Gute Nacht & süße Träume wünscht Euer wortmeer.

Mittwoch, 25. Juni 2008

live im radio

In der 2. Halbzeit den Fussballkommentatoren vom Mund abgehört und kommentiert:
*

Dahin plätschert das Spiel.
Ein schönes Bild, fast poetisch.

sehr athletisch, sehr robust
Oh, wieder ein Anreiz, den Fernseher anzuschalten.

ein rustikales Foul
Diese Regel kenne ich nicht.

Sie hätten gerade aus gucken sollen, nicht schielen!
Wer hat denn da schielende Fussballspieler eingekauft?

Da lach ich mich aber tot.
Worüber denn? Ich glaub, da komm ich nicht mit.

Schaun wir mal, was sich da anbietet.

Da steht schon wieder jemand auf dem Kabel.

...und damit schließe ich für heute. Schaun wir mal, wer nachher hupend und grölend durch die Straßen zieht.

*

Irgendwann nachher: Ende des Spiels.

live-störung

in der 2. Halbzeit
*
Huch, kein Radiokommentar mehr.
...
Live-Schaltung zum Fernsehmoderator,
der davon spricht, dass das Bild weg ist.
...
Das Bild ist wieder da.
Und wo bleiben die Radiokommentatoren?
...
Wieder da.
*

live im radio

Den Fussballkommentatoren vom Mund abgehört und kommentiert:

*

...für Klarheit sorgen.
Das ist immer gut.

Du Nusskuchen, du!
Das muss ich mir merken.

Der letzte Joghurt ist noch nicht getrunken.
Mm, bei mir im Kühlschrank steht keiner mehr.

Wir haben schon genug Aufregung erlebt.
Wenn ihr Ruhe wollt, dann geht doch ins Ballett.

Verwirrung...
"Wo laufen sie denn? Ja wo laufen sie denn hin?"

Der steht gleich wieder.
Da schreib ich mal nix dazu.

Dem tuts auch gleich weh.
Hilfe ein Virus.

...weil sie alle geweckt sind.
Jetzt erst?

Ein Baumfäller von einem Mann.
Vielleicht sollte ich doch den Fernseher einschalten?

Er ist doch nicht gekommen.
Na gut, dann lass ich den Fernseher doch aus.

*

Ende 1. Halbzeit.

Montag, 23. Juni 2008

eiswürfel

Eiswürfel
fallen aus den Wolken,
tanzen
auf meinem Schirm.

Da mach ich
mir doch einen Cocktail,
der steigt
mir schnell ins Hirn.

© wortmeer

***

Einst schrieb das wortmeer den Text es regnet eiswürfel. Auch einst entstand dann daraus dieses Gedicht.

...an einem sonnigen Nachmittag fern im Süden. Dunkle Wolken zogen donnernd heran. Das wortmeer saß unter Bäumen, in einem kleinen Park, in einem netten Ort, gemeinsam mit anderen Schreibenden, die sich aber bald ängstlich in Sicherheit brachten. Der Wind hob die Blätter, bog die Bäume, verdunkelte die Sonne... Der Stift schrieb und schrieb (zugegeben: wenig später auch unterm sicheren Dach). Die Eiswürfel knallten auf die Fensterbretter. Blitzend, krachend stand das Unwetter über uns. Die Worte legten sich aufs Papier... Ein kindlich vergnügter Schreibanlass.


*
Sommer Sonne Sonnenschein
Wolken krachen schnell hinein
*

Montag, 16. Juni 2008

versteckt

halb
steht der Mond
hoch oben versteckt
im Lichterkleid der Stadt

lächelt er denen zu
die ihn entdecken
bevor sie sich
träumend schlafen legen
bevor er sich
hinter die Wolken schiebt

bis zur nächsten Nacht

(c) wortmeer



ps: Ich gebe zu, der Halbmond ist schon ein paar Tage her (vergangenen Mittwoch habe ich ihn entdeckt), aber das Gedicht musste noch reifen.

Freitag, 13. Juni 2008

zufrieden im nichts

Fremde Worte erklingen aus dem alten Radio. Umhüllt von einer wärmenden Decke (an einem Ort, wo mich gerade jeder bei 30 °C vermutet) sitze ich vor dem Fenster mit Blick über die dunkle Terrasse hinab auf die Lichter an der Küstenstraße, die sich am Fuße der Berger entlang zieht. Ich schreibe nichts, denn im Nichts ruhe ich mich aus - vor allem von mir, meinen (oft kreisenden) Gedanken, vom Alltäglichen. Ich sitze hier und höre die fremden Worte aus dem alten Radio, Worte, die ich nicht verstehe. (Das ist auch gut so, denn sonst würden ihnen meine Gedanken folgen.) Die Glocken der Kirchturmuhr läuten. Ich zähle die Schläge, obwohl mich die Zeit nicht wirklich interessiert. Beim letzten Ton erhebe das Glas und lasse den hiesigen Wein genussvoll über meine Zunge gleiten. Allein mit mir und den Radioklängen, dem Wein, den fernen Nachtlichtern stoße ich an: Auf das Nichts! Auf das Hier und Jetzt!

wortmeer, Italien, Juni 2008

Donnerstag, 12. Juni 2008

sie spielen

da spielen sie
die Fußballhelden der Nation
begleitet von Rufen, Gesängen und Applaus
beobachtet von Augenpaaren live

da spielen sie
die Fußballhelden der Nation
enttäuschend schlecht und nicht
im Rahmen ihrer Möglichkeiten

wie es später heißen wird

(c) wortmeer

Freitag, 30. Mai 2008

heute schweige auch ich...

...denn ich genieße den Sonnenschein und gönne mir eine kühle rote Berliner Weiße :-) Ich hoffe, Ihr lasst es Euch ähnlich gut gehen.

Freitag, 23. Mai 2008

vertrauen

Zwei Dinge verleihen der Seele am meisten Kraft: Vertrauen auf die Wahrheit und Vertrauen auf sich selbst.

Lucius Annaeus Seneca, (ca. 4 v. Chr - 65 n. Chr.)

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